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Atemwege

Husten oder Bronchitis entstehen meist im Rahmen einer Erkältung durch die Entzündung der Bronchialschleimhaut. Drei Wirkstoffgruppen helfen uns bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen:

Schleimstoffhaltige Heilpflanzen dienen als Schutz für die entzündete Schleimhaut. Sie helfen vor allem zu Beginn einer akuten Erkältung. Sie beruhigen die entzündeten Atemwege und lindern den akuten Reizzustand. Schleimlösende und auswurffördernde Heilpflanzen verflüssigen den Schleim und fördern den Abtransport nach außen. Hierzu gehören vor allem saponinhaltige Pflanzen wie z. B. die Schlüsselblume. Bei starken Hustenkrämpfen lindern krampflösende Heilpflanzen, wie z. B. Thymian, die Hustenanfälle. Häufig enthalten sie ätherische Öle.

Spitzwegerich

Plantago lanceolata

Hauptwirkung: Lindernd bei Reizhusten und desinfizierend.

Der Spitzwegerich ist weit verbreitet und vor allem auf Wiesen und am Wegrand zu finden. Seine Blätter sind schmal-lanzettlich und parallelnervig. Häufig wächst er gemeinsam mit zwei anderen Wegericharten, dem Breitblättrigen Wegerich und dem Mittleren Wegerich, die eine ähnliche, etwas schwächere Heilwirkung besitzen. Eine Verwechslung ist daher unproblematisch.

Der Spitzwegerich gehört zu den Klassikern unter den Hustenmitteln. Seine Wirkung ist sehr umfassend: Schleimstoffe schützen die gereizten Schleimhäute, antibakterielle Stoffe bekämpfen die Bakterien, Gerbstoffe festigen die Schleimhäute und Kieselsäure festigt das Lungengewebe.



Zubereitung: Tee (2 TL Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Min. ziehen lassen). Mehrere Tassen täglich, mit Honig gesüßt trinken.

Sehr bewährt hat sich Spitzwegerichsirup: Reinigen Sie hierfür ein Glas mit Schraubverschluss gründlich (am besten mit kochendem Wasser gut ausspülen). Jetzt geben Sie abwechselnd jeweils eine Schicht Spitzwegerichblätter (ca. 1 cm hoch) und eine Schicht dünnflüssigen Honig ins Glas. Der Honig muss die Blätter gut bedecken. So fahren Sie fort, bis das Glas gefüllt ist. Den Abschluss bildet eine Schicht Honig. Dann verschließen Sie es mit mehreren Lagen Pergamentpapier, das Sie mit einem dünnen Draht festbinden. Das Glas muss jetzt ca. 3 Monate bei gleich bleibender Temperatur an einem dunklen Ort stehen. Nach 3 Monaten presst man den Sirup aus und füllt ihn in ein dunkles Glas. Selbstverständlich können Sie Spitzwegerichsaft auch in der Apotheke kaufen.

Schlüsselblume

Primula veris

Hauptwirkung: Schleimlösend bei Husten mit zähem Schleim.

In der Rhön kommt die Wiesen-Schlüsselblume auf feuchten Wiesen noch recht häufig vor. Sie hat goldgelbe Blüten und der Blütenkelch ist glockig abstehend. Ihre nahe Verwandte, die Wald-Schlüsselblume (Primula elatior) hat gelbe Blüten, die etwas heller sind, und der Kelch ist eng anliegend. Sie wächst häufiger im Wald. Leider werden die Schlüsselblumen immer seltener, was vor allem an der Entwässerung von Feuchtwiesen und der intensiven Düngung liegt. Daher sind alle Schlüsselblumenarten geschützt und dürfen nicht gesammelt werden! Schlüsselblumenwurzeln erhalten Sie in der Apotheke.

Durch die Kombination ihrer Inhaltsstoffe, insbesondere durch ihren hohen Saponingehalt, ist die Schlüsselblume eine wunderbare Heilpflanze bei Erkältungen mit Husten. Vor allem wenn der Husten festsitzt und das Abhusten durch zähen Schleim behindert wird. Die Schlüsselblume hat eine schleimlösende und reizlindernde Wirkung, und ist ein hervorragendes Heilmittel bei Katarrhen der oberen Luftwege.



Zubereitung: Tee (1 TL Wurzeln mit 250 ml kaltem Wasser übergießen und zum Kochen bringen, anschließend 5 Min. ziehen lassen, bei Verwendung der Blüten 2 TL).

Sehr bewährt hat sich auch die Verwendung von Schlüsselblumensirup: Man bereitet ihn aus 2 TL Wurzeln, die man mit etwas Wasser 5 Min. kocht, dann abseiht und die Flüssigkeit mit Honig mischt, bis das Ganze sirupartig ist.